Profiqualität für alle
Wer Wert auf farbige Ausdrucke legt, hat die Wahl zwischen Tintenstrahler und Laser. Für viele Anwendungsfälle sind die teureren Laserdrucker die bessere Wahl.
Um es gleich vorweg zu sagen:
Zwei Dinge können die Laserdrucker nicht:
Erstens, sie können nicht in Fotoqualität drucken. Aufgrund der geringeren Auflösung und der gröberen Rasterung sind sie in diesem Punkt den Tintenstrahlern unterlegen. Obwohl uns manche Hersteller das Gegenteil glauben machen wollten. Zweitens, sie können keine Silberlinge bedrucken. Wer also seine selbstgebrannten CDs, DVDs oder Blu-rays mit eigenen Labels verstehen will, der muss zum Tintenstrahler greifen.
Gastfreundschaft
In der günstigen Einstiegsklasse zwischen 200 und 300 Euro muss man damit leben, dass man nur "dumme" Modelle erhält. Sprich, sie haben keine eigene Intelligenz, sondern bedienen sich der des angeschlossenen Rechners also Host (=Gastgeber). Deshalb spricht man auch von hostbasierenden Geräten. Dort wird der Druckjob aufbereitet, und anschließend komplett zum Drucker geschickt. Geht man aber davon aus, dass die meisten PCs und Notebooks ihre CPU eh nur zu einem Bruchteil auslasten, ist dies kein wirkliches Manko. Hostbasierende Drucker sind allerdings für ein bestimmtes Betriebssystem ausgelegt, meist für Windows, und kommen dann für Linux-, Unix- oder Appel-Nutzer nicht in Frage. Die teureren Modelle besitzen eine eigene CPU, und sind damit unabhängiger vom Betriebssystem des Rechners. Sie benötigen lediglich einen entsprechenden Druckertreiber, der bei populären Modellen durchweg für Windows, Apple, Linux und weitere Unix-Derivate verfügbar ist. Außerdem unterstützen sie verschiedene Druckersprachen (Emulationen) wie PCL (aktuell PCL 6) oder das aus dem professionellen Druckbereichen stammende Postscript (aktuell PS 3). Durch den eigenen Prozessor können sie Druckjobs schneller abarbeiten als hostbasierende Drucker. Eine wichtige Größe ist dabei der interne Arbeitsspeicher. Faustformel: Jam her RAM, desto schneller liegt das Blatt im Schacht. Fast schon eine Selbstverständlichkeit ist die sogenannte Single-Pass Technologie geworden, bei der alle vier Druckfarben zusammen, und nicht nacheinander, zum Drucker geschickt werden. Multi-Pass ist in diesem Zusammenhand also kein qualitätsmerkmal - im Gegenteil.
Vorsicht, Sparfüchse!
Eine Unsitte - und echtes Ärgernis - sind die sogenannten "Startertoner". Für das, was hier vom Marketing so nett umschreiben wird, wäre "Spartoner", oder noch besser "Mogelpackung" der zutreffendere und ehrlichere Begriff. Denn die Hersteller sparen sich damit ca. die halbe Füllmenge des Toners und zwingen den Anwender so dazu, sich schneller eine teure Nachfüllkartusche kaufen zu müssen. Aber solchen Marketingauswüchsen können Sie ja mit Ihrer Kaufentscheidung die Rote Karte zeigen. Womit wir bei den Druck- und Betriebskosten sind. Die höheren Einstiegspreise gegenüber Tintenstrahlern hatten wir eingangs bereits erwähnt. Farblaser sind zwar unter 200 Euro zu haben, Tintenstrahler allerdings liegen deutlich darunter. Und daran wird sich technisch bedingt auch nichts Grundsätzliches ändern. Das komplexe Druckwerk in einem Laserdrucker ist prinzipiell nun einmal weitaus teurer als ein vergleichsweise kleiner und simpler Tintenstrahldruckkopf. Aber die Anschaffung ist nur die eine Seite der Medaille, und nicht einmal die wichtigere. Wesentlicher für die Kosten sind die Preise pro gedruckte Seite, sowie der Energieverbraucht während des Druckens und im Standby-Betrieb. Bei den Druckkosten kann sich die Freude an einem günstigen Kaufpreis schnell ins Gegenteil verkehren. Denn gerade die Einstiegsmodelle gehen verschwenderischer mit dem teuren Farbtoner um, und genehmigen sich Seitenpreise, die um hundert Prozent höher sein können als die teurerer Modelle.
Doppler-Effekt
Ein zusätzlicher Spareffekt ergibt sich aus der Fähigkeit von Lasergeräten, die Seiten doppelseitig zu bedrucken. Und wer schon einmal eine "vielseitige" Dokumentation, Bedienungsanleitung oder Facharbeit ausgedruckt hat, der weiß auch den dadurch gewonnenen geringeren Platzbedarf zu schätzen. In Zeiten explodierender Strompreise kommt dem Energieverbrauch sowohl aus ökonomischen Gründen große Bedeutung zu. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt ein Drucker im Leerlauf. Deshalb zählt der Standby-Verbrauch besonders. Die Werte zeigen hier enorme Differenzen. Sie schwanken zwischen gut 10 Watt bei den sparsamen Modellen und knapp 20 Watt bei den weniger energieeffizienten Geräten. Ein Unterschied von fast 100 Prozent. Übrigens, wer besonders umweltbewusst das Gerät über den Netzschalter ausschaltet, kann nicht sicher sein damit den Stromverbrauch auf null reduziert zu haben. Manche Drucker ziehen trotzdem noch Saft aus der Steckdose. Auch dafür ist die Rote Karte angebracht. Aber immerhin kann man sich in diesem Fall mit einer Steckerleiste mit hartem Netzschalter behelfen.
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